System Utilities – Sind sie Schein oder Sein?

Ihre Versprechen sind verheißungsvoll:

  • „Ultimativer Schutz und Ultimate Performance“ (Advanced SystemCare Ultimate 7)
  • „Finden sie all ihre fehlenden Treiber mit nur drei Klicks“ (DriverEasy)
  • „Restore your computer to maximum stability“ (SlimDrivers)
  • „Boosts PC speed and fixes frustrating errors, crashes and freezes“ (Glarysoft)
  • „75% schneller, 90% längere Akkulaufzeit, 14GB mehr Speicherplatz“ (TuneUp)
  • „Optimize your hard drive for maximum efficiency!“ (Auslogics)
  • „Die Tuning-Werkstatt für Ihren PC“ (Ashampoo WinOptimizer11)

Die Rede ist von sogenannten System Utilities – der deutsche Begriff Dienstprogramme ist eher selten. System Utilities sind Programme, die Computernutzer unterstützen sollen, den Computer zu verwalten und dessen Resourcenverwendung zu optimieren. System Utilities decken ein weites Spektrum ab. Drei Kategorien von System Utilities, mit denen die viele Nutzer früher oder später in Berührung kommen, sind System Optimizer, Driver Updater und Defragmenter.

Unser Empfehlung: Seien Sie vorsichtig mit System Utilities

Der Sinn und Zweck mitsamt der Notwendigkeit dieser Tools wird in diesem Artikel erörtert. Braucht man System Utilities? Auf diese Frage soll letztendlich eine Antwort gegeben werden.

Wie im täglichen Leben gilt auch bei Computern: Seien Sie sehr misstrauisch, wenn Ihnen vollmundige Versprechungen gemacht werden! Diese sind leider häufig zu schön, um wahr zu sein. Das gleiche gilt bei den zahlreichen System Utilities. Wenn es so einfach und gefahrlos wäre, Leistungsreserven aus dem Computer heraus zu kitzeln, dann würden das die Betriebssysteme schon selber machen. Dies soll nicht heißen, dass System Utilities keine Existenzberechtigung haben. Jedoch überzeichnen die Hersteller die Möglichkeiten Ihrer Programme gerne und reichlich. In der Tat ist es bei System Utilities häufig so, dass diese nicht mal annähernd die versprochenen Leistungs- oder Sicherheitsgewinne bringen, sondern, im Gegenteil, sie stellen häufig sogar eine Gefahr für die Stabilität Ihres Computers dar. Hilfe-Foren quellen über mit Berichten à la „ich habe das Programm laufen lassen und jetzt sind alle Browsereinstellungen verändert“ oder „seit dem Treiberupdate startet Windows nicht mehr richtig“. Nicht selten sind solche System Utilities von zweifelhafteren Anbietern auch Einfallstore für Malware aller Art.

Die klare Empfehlung von ionas ist daher, grundsätzlich keines dieser System Tools zu benutzen und wenn doch, dann nur ganz konkret anlassbezogen und für einen ganz bestimmten Zweck. Verwenden Sie System Utilities auch nur dann, wenn Sie genau wissen, was Sie tun. Diese Tools sollten nicht als normale Systemwartungstools verstanden werden, egal was die Hersteller vollmundig verheißen. Der Gewinn steht in keinem guten Verhältnis zu den verbundenen Gefahren. Einem üblicherweise kleinen, möglichen Performancevorteil stehen signifikante, tatsächliche Risiken für Ihr System gegenüber. Der Autor hat gerade gestern sehr viel Zeit damit verbracht, die durch ein solches Programm verursachten Schäden auf einem Kundenrechner zu reparieren. Dies war dann auch der Anstoß für diesen Artikel.

System Optimizer

Programme zur Systemoptimierung – die englischen Begriff-Pendants System Optimizer und System Cleaner sind geläufiger als der sperrige deutsche Begriff – versuchen das Betriebssystem zu „entschlacken“ und dadurch dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. Dies versuchen sie auf dreierlei Art:

  1. Säubern der Registrierungsdatenbank (englisch: registry cleaning)
  2. Löschen nicht mehr benötigter Dateien auf den Datenträgern (englisch: disk cleaning)
  3. Optimierung der Systemeinstellungen (englisch: optimization of system settings)

Die Registrierungsdatenbank enthält tausende Konfigurationseinstellungen, die das Aussehen und Verhalten von Windows und vieler Anwendungsprogramme bestimmen. Es ist tatsächlich so, dass die Entfernung von fehlerhaften Einträgen das System stabiler und schneller machen kann. Man muss aber große Vorsicht walten lassen, denn schon kleine Änderungen an der Registrierungsdatenbank können das System außer Gefecht setzen. Schlimmstenfalls funktionieren Programme nicht mehr, das System stürzt ab oder der Computer startet nicht mehr.
Und hier liegt das Problem mit den System Optimizers: Solche Tools können in manchen Fällen nicht entscheiden, ob ein Eintrag korrekt oder nicht korrekt, valide oder redundant ist. Wird dann ein wichtiger Eintrag geändert oder gelöscht, dann ist Ärger vorprogrammiert. Die nachfolgende Fehlersuche kann dann auch sehr schwierig wenn nicht sogar unmöglich werde, wenn nicht klar ist, welche Datenbankeinträge geändert bzw. gelöscht wurden.
Die Qualität der Optimizers ist ganz entscheidend davon abhängig, inwieweit die Algorithmen in der Lage sind, valide von invaliden Einträgen zu unterscheiden. Da gibt es unter den zahlreichen Tools (siehe unten) große Unterschiede. Aber selbst die guten Programme, wie z.B. der bekannte CCleaner von Piriform, sind nicht vor Falschentscheidungen gewappnet.

Die Gefahr, sich mit einem aus dem Internet heruntergeladenen Tool Malware ins Haus zu holen, darf auch nicht unterschätzt werden. Der Fall WinFixer aus den späten 2000er Jahren steht dafür stellvertretend. WinFixer gab vor, ein nützliches Tool, zur allgemeinen Fehlerbehebung zu sein. (Im englischen Original hieß es: “a useful tool to scan and fix any system, registry and hard drive errors”.) Hatte man WinFixer erstmal installiert, dann produzierte es fingierte Warnungen hinsichtlich bestimmter Systemproblemen und forderte die Nutzer auf, das Programm zu erwerben. Viele Betroffene wußten sich nicht anders zu helfen und kauften die angepriesenen (und häufig dysfunktionalen) Programme. Die amerikanische Federal Trade Commission bereitete dem Spuk in 2008 ein Ende. Im Jahr 2012 wurde einer der Personen hinter WinFixer eine Strafe in Höhe von $160 Millionen aufgebrummt. Die betroffenen Kunden sahen von diesem Geld natürlich nichts, geschweige denn eine Reparatur der angerichteten Schäden.

Benötigen Sie ein solches Tool, dann verwenden Sie bitte ein solches von einem etablierten Anbieter und laden Sie es unmittelbar von der Website des Herstellers herunter. Ein guter Indikator für die Seriosität einer Firma ist die Nachvollziehbarkeit der Firmenbeschreibung. Wenn eine solche gar nicht verfügbar ist bzw. große Lücken hat, dann sollten die Alarmglocken läuten. Es ist tatsächlich so, dass zahlreiche der Anbieterwebsites kein Impressum und auch sonst keine Hinweise über den Sitz des Unternehmens haben. Nur ein Beispiel: IObit hat eine durchaus ansprechende Webseite, aber auch mit beträchtlicher Anstrengung findet man nichts substanzielles über die Firma, die Geschäftsleitung oder den Firmensitz heraus. Der englische Wikipedia-Eintrag zur Firma sieht auch so aus, als sei dieser von den Machern selber erstellt worden.

Die wohl bekanntesten System Optimizer sind die folgenden:

Wiederholt sei gesagt: Von diesen können wir nur den CCleaner mit den gemachten Einschränkungen empfehlen. Diesen gibt es auch als sogenannte portable Version, also als Programm, welches keine Installation benötigt.

Benutzeroberfläche des System Utilities CCleaners

Die übersichtliche Benutzeroberfläche des CCleaners von Piriform, dem wohl bekanntesten System Utility

Treiber-Updater

Treiber-Updater versprechen, automatisch und völlig mühelos fehlende Gerätetreiber zu installieren oder veraltete Treiber auszutauschen. Wichtig sind Treiber in der Tat. Treiber sind diejenigen Programme, die dafür sorgen, dass die Software die Hardware verwenden kann. Wenn ein Treiber nicht richtig funktioniert oder fehlt, dann äußert sich das regelmäßig in Fehlfunktionen der betroffenen Hardware. Bei einem Treiber von z.B. einer Webcam ist das weniger kritisch, bei einem Treiber der Grafikkarte oder der Netzwerkkarte jedoch schon.

Wenn diese Treiber-Updates wirklich immer problemlos klappen würden, dann wären diese System Utilities im Prinzip eine sehr feine Sache. Leider ist es aber so, dass diese Programme nicht fehlerfrei arbeiten und die Installation falscher oder fehlerhafte Treiber ein System instabil machen und schlimmstenfalls sogar zu Hardwareschäden führen.

Grundsätzlich gelten bei Treiber-Updates zwei Regeln:

Regeln #1 sagt, dass man Treiber nicht anzufassen braucht, solange sie reibungslos funktionieren. Die Amerikaner sagen dazu: „If it ain’t broke, don’t fix it!“ (Die einzige Ausnahme von dieser Regel sind Grafikkartentreiber für Hochleistungsgrafikkarten.) Die Notwendigkeit für regelmäßige Treiber-Updates ergibt sich somit nicht.

Regel #2 ist, dass man bei einem Update ausschließlich auf die Treiber auf den Webseiten der Hersteller zurückgreifen soll. Ansonsten kann man nicht sicher sein, ob man sich nicht falsche Treiber oder verseuchte Software auf den Computer holt. Die unten aufgeführten Treiber-Updater sind in der Regel sehr schweigsam darüber, wo sie die Treiber hernehmen, die sie dann installieren. Dies ist ein weiteres Argument gegen entsprechende Programme.

Die wohl bekanntesten Treiber-Updater sind die folgenden:

Fazit: Wir empfehlen, die Finger von dieser Art der System Utilities zu lassen. Wenn wir ein solches Programm im Rahmen einer Computer-Inspektion antreffen, dann raten wir dringend die Deinstallation an.

Defragmenter

Defragmenter oder Defragmentierungsprogramme ordnen logisch zusammengehörende Datenblöcke, die verstreut auf Datenträgern liegen, so an, dass diese möglichst aufeinanderfolgend angeordnet werden. Weiterhin verschieben die besseren Defragmentierungstools häufig verwendete Dateien in den Außenbereich der Speicherplatten, wo aufgrund der höheren Drehgeschwindigkeit eine höhere Datenübertragungsrate möglich ist.

Bei klassischen Festplattenlaufwerken (englisch: hard disk drives) kann die Defragmentierung tatsächlich zu schnelleren Zugriffen führen und damit die Systemperformance erhöhen. Bei den sich rasch verbreitenden Solid-State-Drives (SSD), die Daten nicht auf Magnetplatten sondern auf Speicherchips speichern, führen Defragmentierung zu keiner Geschwindigkeitserhöhung und schlimmstenfalls zu einer Beschädigung der Speicherchips.

Von den drei hier diskutierten System Utilities sind Defragmenter die unproblematischte Programmart. Probleme durch deren Nutzung sind sehr selten. Warum raten wir dennoch von der Nutzung ab? Zunächst einmal wird der Geschwindigkeitszuwachs deutlich überschätzt. Nur bei stark fragmentierten Festplatten stellt sich eine wahrnehmbare Beschleunigung ein. Die generelle Meidung von Defragmentern schützt auch vor der versehentlichen Anwendung auf einer SSD. Selbst wenn die Defragmentierung keine unmittelbaren Schäden anrichtet, so sorgen die mit der Defragmentierung verbundenen Lese- und Schreibzugriffe für eine Verkürzung der Lebensdauer der SSD.

Hier noch die geläufigsten Defragmentierungstools:

Wenn Sie unbedingt ein Defragmentierungsprogamm verwenden wollen, dann können Sie auch das Defragmentierungsprogramm Defrag, welches von Windows mitgeliefert wird, verwenden. Dieses starten Sie mit dem Befehl ‚defrag‘ über das Dialogfeld Ausführen oder die Kommandozeile. In Windows 8 können sich auch einfach im Startbildschirm ‚defrag‘ eingeben und dann aus den erscheinenden Suchergebnissen das Programm auswählen. Der Vorteil ist, dass dieser Vertreter der System Utilities sofort zur Verfügung steht.

<!—Relevant links: http://www.howtogeek.com/198758/never-download-a-driver-updating-utility-theyre-worse-than-useless/>



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