{"id":1486,"date":"2015-11-13T13:54:33","date_gmt":"2015-11-13T12:54:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/?p=1486"},"modified":"2020-09-17T12:35:48","modified_gmt":"2020-09-17T11:35:48","slug":"wie-funktioniert-antivirensoftware-eine-antwort-fuer-nicht-techniker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/wie-funktioniert-antivirensoftware-eine-antwort-fuer-nicht-techniker\/","title":{"rendered":"Wie funktioniert Antivirensoftware? Eine Antwort f\u00fcr Nicht-Techniker"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Hacked-300x205.jpg\" alt=\"Antivirensoftware sch\u00fctzt vor Infektionen mit Malware\" width=\"300\" height=\"205\" style=\"float:left; padding: 40px 20px 10px 0px;\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1505\" srcset=\"https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Hacked-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Hacked-1024x701.jpg 1024w, https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Hacked.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\nEin gutes Antivirenprogramm geh\u00f6rt zu der Kategorie von Software, die auf jedem Windows-Computer laufen sollte. Zwar k\u00f6nnen Virenprogramme Vorsicht und Aufmerksamkeit beim Surfen und Dateiaustausch nicht ersetzen, aber im Zusammenspiel bieten sie einen guten Schutz gegen Viren, W\u00fcrmer und andere Malware. Da gute <strong>Antivirensoftware<\/strong> heute auch keine Geldfrage mehr ist, gibt es auch keinen guten Grund, auf deren Schutzfunktion zu verzichten. Wer das trotzdem tut, handelt fahrl\u00e4ssig und riskiert seine Datensicherheit.<\/p>\n<p>Stichwort Funktion: Wie funktioniert Antivirensoftware eigentlich? Wie arbeitet deren Virenschutz? Wie schaffen es die Virenscanner zwischen Schadprogrammen und harmlosen Programmen zu unterscheiden? In diesem Artikel unternehmen wir den Versuch, auf diese Fragen einfache Antworten zu geben. Wer die grundlegenden Techniken der Programme kennt, kann diese gezielter und besser einsetzen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Antivirensoftware \u2013 essentieller, subsidi\u00e4rer Malwareschutz<\/h2>\n<p>Die Empfehlungen der Computerexperten von der <a href=\"https:\/\/www.test.de\/thema\/computersicherheit\/\">Stiftung Warentest<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.bsi-fuer-buerger.de\/BSIFB\/DE\/Empfehlungen\/Schutzprogramme\/schutzprogramme_node.html\">Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)<\/a> sind eindeutig: Ein Antivirenprogramm sollte auf keinem Windows-Rechner fehlen. Die Schutzprogramme bewahren Computer vor Infektionen mit Schadsoftware und deren Nutzer vor Datenverlust, der Verletzung der Privatsph\u00e4re und finanziellen Sch\u00e4den, indem sie Viren, W\u00fcrmern und Trojanern identifizieren und unsch\u00e4dlich machen.<br \/>\nAntivirenprogramme haben nat\u00fcrlich aber auch Grenzen. Wenn ein Nutzer alle Vorsicht fahren l\u00e4sst und trotz Warnhinweise seines Virenschutz-Programms verd\u00e4chtige Dateien \u00f6ffnet, dem kann auch die beste Antivirensoftware nicht helfen. Es ist also wie mit dem Auto-Sicherheitsgurt: Seine Pr\u00e4senz alleine reicht nicht. Richtig genutzt muss er werden. Virenscanner k\u00f6nnen also immer nur unterst\u00fctzen, nicht per se sch\u00fctzen. <\/p>\n\n<p>Antivirensoftware gibt es von zahlreichen Anbietern und die Angebote sind vielfaltig. Die vermutlich bekanntesten Anbieter sind Avira und Avast. Die Bekanntheit dieser beiden Antivirussoftware-Hersteller ist nicht zuletzt auf die Tatsache zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass beide Anbieter Privatpersonen kostenlose Versionen Ihrer Antivirenprogramme zur Verf\u00fcgung stellen. Und, das sei an dieser Stelle gesagt, diese freie Antivirensoftware sind durchaus leistungsf\u00e4hige Tools. Das hat mehr als nur ein Antivirensoftware-Test ergeben. So ist es bei Avira z.B. auch so, dass das kostenlose und die kostenpflichtigen Angebote die gleiche Antivirenkomponente (AV-Komponente) verwenden.<br \/>\nAndere bekannte Antivirensoftware-Anbieter sind AVG aus den Niederlanden, Bitdefender aus Rum\u00e4nien, BullGuard aus Gro\u00dfbritannien, Eset aus der Slowakei, F-Secure aus Finnland, Kaspersky aus Russland, Panda aus Spanien sowie Norton und McAfee aus den USA. Die beiden US-amerikanischen Hersteller geh\u00f6ren zu gro\u00dfen IT-Konzernen. Norton ist ein Teil von Symantec und McAfee ist mittlerweile von Intel einverleibt worden.<\/p>\n<p>In Computerforen wird h\u00e4ufig gefragt, welche Antivirensoftware die beste ist. Auch Kunden kommen regelm\u00e4\u00dfig mit dieser Frage auf uns zu. In unserer Antwort versuchen wir diese zwei Aspekte zu betonen: Unsere grunds\u00e4tzliche <a href=\"https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/virenscanner-unsere-empfehlung\/\">Empfehlung<\/a> f\u00fcr Windows Antivirensoftware sind die Produkte aus dem Hause Avira, d.h. die verschiedenen Editionen von Avira Antivirus oder die f\u00fcr den Privatnutzer kostenlose Antivirus Software Avira Antivirus Free. Andererseits ist es so, dass man, solange man eine Security Suite eines renommierten Herstellers verwendet, eigentlich nicht viel falsch machen kann. Alle gro\u00dfen Sicherheitsprogramme bieten t\u00e4gliche oder sogar regelm\u00e4\u00dfigere Updates und integrieren klassische mit modernen Malware-Erkennungsmethoden. In vielen F\u00e4llen ist es am Ende wohl eher eine Geschmackssache: Nur wenn man mit seinem Antivirus Programm gut zurecht kommt und es richtig bedient, nur dann kann es optimal sch\u00fctzen.<br \/>\nUm Objektivit\u00e4t und Vergleichbarkeit in die h\u00e4ufig subjektiv gepr\u00e4gte Diskussion \u00fcber die \u201ebeste Antivirensoftware\u201c zu bringen, verweisen wir auch regelm\u00e4\u00dfig auf die Tests von AV-Test und der Stiftung Warentest. <a href=\"https:\/\/www.av-test.org\/de\/\">AV-Test<\/a> testet rund einmal pro Quartal die Angebote der f\u00fchrenden Hersteller. Die Stiftung Warentest hat zuletzt Anfang 2020 einen Antivirensoftware Vergleichstest durchgef\u00fchrt. Die Zusammenfassung dieses Tests finden Sie im Artikel <a href=\"https:\/\/www.datamate.org\/test-von-antivirenprogrammen-2020-eine-zusammenfassung\/\">Test von Antivirenprogrammen 2020 \u2013 eine Zusammenfassung<\/a> im Blog von datamate.<\/p>\n<h2>Klassifizierung von Malware-Erkennungsmethoden<\/h2>\n<p>Auch wenn die vollmundige Rhetorik der Antiviren-Hersteller anderes vermuten l\u00e4sst, so nutzen die bekannte Antivirensoftware-Angebote von Kaspersky, Bitdefender, Avast, Avira und Konsorten nahezu ausschlie\u00dflich dieselben Verfahren, um Schadsoftware zu erkennen.<br \/>\nGanz generell lassen sich die Methoden zur Identifikation von Malware in reaktive und proaktive Verfahren unterscheiden. Reaktive Methoden nutzen die Kenntnis \u00fcber bestehende Schadsoftware, um sie zu erkennen und neue Infektionen zu vermeiden. Gegen bekannten Schadcode bieten sie zuverl\u00e4ssigen. Aufgrund Ihrer Natur k\u00f6nnen Sie aber keinen Schutz gegen neue Bedrohungen bieten. Sie setzen voraus, dass der Schadcode bekannt ist. Die signaturbasierte Erkennung ist die klassischste aller Erkennungsverfahren und z\u00e4hlt zu den reaktiven Methoden.<br \/>\nDie fr\u00fchen Antivirenprogramme der 90er Jahre setzen ausschlie\u00dflich auf reaktive Erkennung. Mit der rasanten Zunahme von Schadsoftware kamen die Ingenieure der Hersteller immer h\u00e4ufiger nicht mehr mit der Analyse neu entdeckter Malware nach. Die reaktiven Methoden stie\u00dfen an ihre methodischen Grenzen. Hinzu kam, dass die Nutzer verlangten, nicht nur gegen bekannte, sondern auch gegen neue Cyber-Bedrohungen gesch\u00fctzt zu werden.<br \/>\nProaktive Methoden waren die Antwort der Antivirus-Hersteller auf die Kritik an der reaktiven Technik. Proaktive Methoden versuchen Schadsoftware anhand von Verdachtsmomenten wie z.B. unzweifelhaft sch\u00e4dlichem (z.B. der Ver\u00e4nderung oder L\u00f6schung von Systemdateien) oder auff\u00e4lligem Verhalten (z.B. vielfacher Versand von E-Mails) zu identifizieren. Zu den proaktiven Verfahren z\u00e4hlt man die Heuristik, die Verhaltensanalyse und das Sandboxing. Diese Verfahren unterscheiden sich in den zugrundeliegenden Ans\u00e4tzen ebenso wie den Interventionpunkten.<br \/>\nEin zentraler Nachteil der aufgef\u00fchrten Techniken ist deren gro\u00dfer Leistungshunger. Die f\u00fcr die Verhaltensanalyse ben\u00f6tigte System\u00fcberwachung und die im Sandboxing verwendeten Simulationstechniken sind deutlich leistungsintensiver als die Datenbankabfragen der signaturbasierten Methoden.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.ionas.com\/wissen\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Malware_entfernen.jpg\" alt=\"Abstraktes Bild - Behandlung von Infektionen\" width=\"320\" height=\"210\" class=\"alignnone size-full wp-image-1507\" style=\"float:right; padding: 70px 0px 10px 30px;\" \/><br \/>\nEin weiterer Nachteil der proaktiven Verfahren ist Ihre vergleichsweise hohe Fehlerquote: Ausgef\u00fchrte Prozesse werden als Malware erkannt, obwohl sie harmlos sind bzw. ausgef\u00fchrt werden sollen. Oder: B\u00f6sartiger Programmcode, der nicht ausgef\u00fchrt werden sollte, erh\u00e4lt die Freigabe. (In der Fachsprache spricht man im ersten Fall von Alpha- und im zweiten Fall von Beta-Fehler.) Der Grund hierf\u00fcr liegt ganz einfach darin, dass bei Entscheidungen auf Basis von Verdachtsmomenten mehr Fehler gemacht werden als auf Basis von Beweisen. Das kennt man aus dem wirklichen Leben. Nur weil sich eine Person auff\u00e4llig benimmt, f\u00fchrt sie noch lange nichts b\u00f6se im Schilde. Da haben es die reaktiven Verfahren in der Tat einfacher. Wenn die Scanengine eines Antivirenscanners in einer Datei Schadcode ausmacht, dann besteht kein Zweifel an der B\u00f6sartigkeit der Datei. \u00dcber die kriminelle Intention eines auf frischer Tat ertappten Diebs besteht ebenso Eindeutigkeit.<\/p>\n<h2>Erkennungsmethoden von Antivirussoftware<\/h2>\n<p>Die vier wichtigsten Erkennungsmethoden von Antivirus Programmen sind <\/p>\n<ul>\n<li>signaturbasierte Erkennung,<\/li>\n<li>heuristische Erkennung,<\/li>\n<li>Sandboxing und<\/li>\n<li>Verhaltensanalyse<\/li>\n<\/ul>\n<p>und diese werden im Folgenden etwas detaillierter beschrieben.<\/p>\n<h3>Signaturbasierte Erkennung \u2013 das klassische Verfahren der Antivirensoftware<\/h3>\n<p>Sobald eine Schadsoftware erkannt und isoliert wurde, machen sich die Hersteller der Antivirussoftware dran, den Schadcode der Software zu analysieren, eine sogenannte Virensignatur zu erstellen und diese via Update den Virenprogrammen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Auf diese greifen dann der Echtzeit-Scanner und der System-Scanner bei der Suche nach Bedrohungen und Infektionen zur\u00fcck. Findet ein Scanner bei der \u00dcberpr\u00fcfung einer Datei eine \u00dcbereinstimmung zwischen dem Datei-Code und einer Virensignatur, dann schl\u00e4gt er Alarm.<br \/>\nVirensignaturen sind traditionell Bytefolgen, die aus bekannter Malware extrahiert wurden. Durch Sie kann Schadcode eindeutig identifiziert werden. Man kann sie sich als Fingerabdr\u00fccke von Schadprogrammen vorstellen. Hier auch nur eine Zahl, um die Gr\u00f6\u00dfenordnung klar zu machen: Die Zahl der Virensignaturen der Antivirus-Komponenten von Avira z.B. geht in die Millionen. Mit den regelm\u00e4\u00dfigen Updates werden pro Tag rund 10.000 Virenst\u00e4mme erg\u00e4nzt. F\u00fcr den einen oder anderen m\u00f6gen diese nervig sein. Da die reaktive signaturbasierte Erkennung aber nur so stark ist wie die Virendefinitionen aktuell sind, sind diese f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit des Antivirus Programms von entscheidender Bedeutung.<br \/>\nMit der zunehmenden Verbreitung von Breitbandinternet erg\u00e4nzt heute eine wachsende Anzahl von Herstellern die lokale Virendefinitionsdatenbank ihrer Produkte mit Cloud-basierte Datenbanken, die weitere Virenerkennungsmerkmale enthalten. Zunehmend werden daf\u00fcr auch <a href=\"\/wissen\/speicherung-sensibler-informationen-wie-passwoertern-mit-hashwerten\/\">Hashwerte<\/a> von Dateien oder bestimmten Teilen an Stelle von klassischen Signaturen verwendet. Diese online signaturbasierte Erkennung ist dabei nicht nur vorteilhaft f\u00fcr die Nutzer. Die Hersteller erhalten auf diese Weise zus\u00e4tzliche Informationen, die ihnen erlauben, Bedrohungen fr\u00fchzeitig zu erkennen.<\/p>\n<h3>Heuristische Erkennung \u2013 die Erkennung auf Verdacht<\/h3>\n<p>In der heuristischen Analyse untersucht das Virenprogramm Dateien auf verd\u00e4chtigen Merkmale. Findet das Programm mehrere solcher Merkmale in einer Datei (z.B. ungew\u00f6hnliche Befehle oder Programmcode, der in anderen Schadprogrammen verwendet wurde), dann wird die Ausf\u00fchrung des Programms blockiert. Die heuristische Erkennung arbeitet vom Prinzip also \u00e4hnlich wie die signaturbasierte Erkennung. Die Nutzung von verd\u00e4chtigen Merkmalen an Stelle von bekannten Virensignaturen macht die Heuristik aber ein deutlich unpr\u00e4ziseres Verfahren mit hoher Fehlerquote.<br \/>\nDer Name des Verfahrens leitet sich von dem Forschungsgebiet der Heuristik ab. In der Heuristik ist man daran interessiert, trotz geringer bzw. unvollst\u00e4ndiger Informationslage zu praktikablen Erkenntnissen zu kommen. Es steht also nicht die Optimalit\u00e4t einer L\u00f6sung im Vordergrund, sondern die Einfachheit der Anwendung. Das wohl bekannteste heuristische Verfahren ist wohl jedem bekannt, ohne es mit der Heuristik zu assoziieren: Das Prinzip von Versuch und Irrtum (englisch: Trial and Error).<br \/>\nDie Effektivit\u00e4t der heuristischen Verfahren in der Virenidentifikation im realen Einsatz ist eher gering. Die heuristischen Verfahren leiden darunter, dass die Macher von Malware Ihre Erzeugnisse darauf testen k\u00f6nnen, ob sie durch die aktuellen Antivirus Programme erkannt werden. Wenn Sie die heuristische \u00dcberpr\u00fcfung im Labor austricksen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie dies auch au\u00dferhalb des Labors schaffen. Updates der heuristischen Module der AV-Komponente der Schutzpakete finden seltener statt, da dies vergleichsweise aufw\u00e4ndig ist. Aufw\u00e4ndiger zumindest als die Erg\u00e4nzung der AV-Datenbank um eine Virensignatur.<\/p>\n<h3>Sandboxing \u2013 die Erkennung durch die Probe aufs Exempel<\/h3>\n<p>Eine Datei, die bei der signaturbasierten und der heuristischen Analyse nicht weiter auff\u00e4llig war, die aber dennoch nicht \u00fcber allen Zweifel erhaben ist, m\u00f6chte man nicht direkt im Hauptsystem des Computers ausf\u00fchren. Falls sich die Software als Schadsoftware entpuppt, hat man sich die Infektion eingefangen und man muss die Malware entfernen \u2013 wenn nicht gar schlimmeres.<br \/>\nWenn es ohne weiteres m\u00f6glich w\u00e4re, dann w\u00fcrde man das fragliche Programm am liebsten auf einem separaten System ausf\u00fchren und dort sein Verhalten testen. Nur wenn es kein untypisches Verhalten zeigt, ist das Vertrauen so gro\u00df, dass man es auch im Hauptsystem ausf\u00fchren will.<br \/>\nEs ist genau dieses Vorgehen, das Virenprogramme beim Sandboxing zu simulieren versuchen. Beim Sandboxing wird eine Datei in einem vom Rest des Systems isolierten Bereich (englisch: restricted operating system environment) ausgef\u00fchrt, so dass kein Schaden entsteht, wenn sich das Hilfsprogramm als Malware entpuppt. Zu diesem Zweck wird auf dem Computer ein separates System simuliert &#8211; die Sandbox. Die Techniken, die dabei zur Anwendung kommen, sind unterschiedlich. Die meisten \u00e4hneln der Emulation eines separaten Betriebssystems in einer virtuellen Maschine.<br \/>\nDie Sandboxing-Technik war f\u00fcr die Erkennungsrate von Antivirensoftware ein deutlicher Zugewinn. Viele neue Viren und W\u00fcrmer, aber auch Spyware, Scareware und Ransomware, die der heuristischen Pr\u00fcfung entwischen, k\u00f6nnen durch sie enttarnt werden. Ein Allheilmittel ist es leider dennoch nicht: Fortschrittliche Schadsoftware erkennt, wenn Sie in einer Sandbox ausgef\u00fchrt wird und verh\u00e4lt sich dann unauff\u00e4llig. Das Wirkungsprinzip des Sandboxing verpufft. In diesem Fall greift aber (hoffentlich) die letzte Erkennungstechnik.<\/p>\n<h3>Verhaltensanalyse \u2013 die letzte Hoffnung<\/h3>\n<p>Antivirenprogramme mit Verhaltensanalyse (englisch: behavior analysis) beobachten fortlaufend das Verhalten von ausgef\u00fchrten Prozessen und schreiten ein, wenn bestimmte Verhaltensregeln durch die Prozesse verletzt werden oder der Prozess durch mehrere ungew\u00f6hnliche Verhaltensweisen die Toleranz des Sicherheitstools \u00fcberstrapaziert. Die Verhaltensanalyse ist also wie ein Polizist auf Streife, der nicht bei jedem verd\u00e4chtigen Moment \u201eStop\u201c ruft, sondern der beobachtet und einschreitet, wenn sich jemand an der T\u00fcr eines Hauses oder Ladens zu schaffen macht.<br \/>\nDer offensichtliche Unterschied von Heuristik und Sandboxing auf der einen und der Verhaltensanalyse auf der anderen Seite ist der Zeitpunkt der Erkennung bzw. der Intervention. W\u00e4hrend die ersten beiden noch vor der Ausf\u00fchrung eines Programms aktiv werden, um das Bedrohungspotential einer Software zu ermitteln, greift die Verhaltensanalyse erst nach dem Programmstart. Anders auch als beim Sandboxing l\u00e4uft dann eine m\u00f6gliche Schadsoftware nicht in einem abgetrennten Bereich des Computers, sondern unmittelbar im Hauptsystem. Die Verhaltensanalyse kann also eine Infektion nur eind\u00e4mmen und Schaden verhindern, nicht aber vermeiden.<br \/>\nDie Methoden, auf die die Verhaltensanalyse zur\u00fcckgreift, sind statistischer Natur. Durch die Verwendung von Techniken der k\u00fcnstlichen Intelligenz (z.B. neuronale Netze) ist die Verhaltensanalyse in der Lage, durch \u201eErfahrung\u201c seine Schutzfunktion zu optimieren. Fehlalarme werden weniger und die Erkennungsrate besser.<\/p>\n<h2>Antivirussoftware: Nicht perfekt, aber trotzdem wichtig<\/h2>\n<p>Es ist ein permanentes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den \u201eAutoren\u201c von Schadsoftware und den Anbietern von Antivirensoftware: Neue Schadsoftware wird entwickelt und verbreitet und die Entwickler machen sich dran, Medizin gegen die Infektionen zu entwickeln. Die Entwickler von Schadsoftware haben in dieser Auseinandersetzung den gro\u00dfen Vorteil, dass sie den ersten Schuss haben. Sie kennen den aktuellen Stand der Technik und k\u00f6nnen Ihre Schadsoftware gegen die neusten Sicherheitstools antreten lassen und optimieren. Erst wenn sie diesen Test erfolgreich bestanden, werden sie \u201efreigelassen\u201c \u2013 \u201esurvival of the fittest\u201c der unsch\u00f6nen Art.<\/p>\n<p>Die Asynchronit\u00e4t dieser Auseinandersetzung sorgt daf\u00fcr, dass immer wieder Malware-Infektionen auftreten \u2013 auch bei Nutzern aktueller Antivirussoftware. Dies ist unvermeidbar und es ist kein Grund, auf ein Virenprogramm zu verzichten. Im Gegenteil: Es sollte Aufforderung sein, sein Virenscanner immer up-to-date zu halten. Au\u00dferdem macht es klar, dass Antivirensoftware nur eine Erg\u00e4nzung zur Anwendung des Common Sense sein kann. Vorsicht und Bedacht sollte beim Surfen im Internet und bei jedem Download immer dabei sein. Zur weiteren Absicherung und vor allem zum Schutz der Privatsph\u00e4re kann es schliesslich Sinn machen, beim Surfen im Internet eine <a href=\"https:\/\/www.expressvpn.com\/de\/what-is-vpn\">VPN-Verbindung<\/a> zu verwenden.<\/p>\n\n<p>Haben Sie noch Fragen? Sie haben sich eine Malware-Infektion zugezogen? Dann sind die Online Assistenten an 365 Tagen im Jahr f\u00fcr Sie da, um Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie erreichen uns unter unserer Mainzer Rufnummer +49 (0)6131 327070. <\/p>\n<p>Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann hinterlassen Sie ein Kommentar direkt unter dem Artikel. Oder geben Sie uns ein Like auf unserer <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/IhrOnlineAssistent\">Facebook-Seite<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gutes Antivirenprogramm geh\u00f6rt zu der Kategorie von Software, die auf jedem Windows-Computer laufen sollte. 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